Titelbild Regattas

Deutsche eSailing-Meisterschaft 09.10.2021

Jonathan Koch ist ein erfolgreicher Bundesliga-Segler beim Bodensee Yacht Club Überlingen. Seit 2019 betreibt er auch eSailing und wurde dort auf Anhieb deutscher Vize-Meister. Außerdem stand er für etwa ein halbes Jahr auf Platz drei der Weltrangliste. Für die eSailing Bundesliga fungierte er als Berater und Wettfahrtleiter.

Als „Roxyjoni“ wurde er jetzt deutscher Meister in der boomenden Disziplin eSailing.

Das beliebte Programm dem eSailing, welches auch Jonathan Koch praktiziert heißt „Virtual Sailing“. Hier gibt es eine Inshore- und eine Offshore-Variante. Dies ist gleichzusetzen mit Segeln in Binnengewässern oder Ufernähe und Segeln im offenen Meer. Die wichtigsten Entscheidungen sind taktischer Natur. Das schärft das Können auch für das Segeln auf dem Wasser. Der Wind verändert sich nach dem Zufallsprinzip. Gesegelt wird alleine und in kurzen Up- und Down-Kursen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Meisterschaften.

Die virtuellen Wettkämpfe segelt Jonathan Koch (26 Jahre) in der Regel alle auf dem Handy. Nach zwei zweiten Plätzen hat er es im dritten Anlauf endlich geschafft: Er ist deutscher eSailing-Meister. Zur Meisterschaft wurden die 20 besten deutschen eSailing-Segler eingeladen.

In der deutschen Rangliste ist der Überlinger auf Platz eins. Damit ging er als einer der Top-Favoriten in die deutsche Meisterschaft, die in sieben Wettfahrten auf sieben verschiedenen Bootsklassen ausgetragen wurde. Neben den bekannten Klassen wie J70, Laser, Star und 49er kamen noch Nacra, F50 und ein Offshore-Racer dazu. „Die Kunst ist es, die Mischung aus Taktik bei den langsameren und Technik und Handling bei den schnellen Bootsklassen zu beherrschen“, erklärt der 26-Jährige, der beruflich mittlerweile in Brüssel ist.

Die Wettfahrten, die an einem Abend ausgetragen wurden, waren alle sehr eng. Und Jonathan Koch hatte mit Platz zwölf einen rabenschwarzen Start erwischt. „Ich war da nervlich schon fast am Ende“, erinnert er sich. „In dieser Situation haben mir die intensiven Gespräche mit internationalen eSailing-Kollegen aus der Türkei, aus Dänemark und Frankreich enorm geholfen.“ Da es nur ein Streichergebnis gab, musste nun alles passen – und es passte: Es folgten drei Laufsiege in Folge.

„Vor der letzten Wettfahrt war ich punktgleich mit dem Zweiten und es hätten noch fünf Teilnehmer gewinnen können“, sagt er. „Am Ende hatte ich ganz knapp die Nase vorn und wurde endlich deutscher Meister.“ Besonders freut sich der Überlinger, dass es zum ersten Mal auch richtige Medaillen gibt. Die Goldene ist allerdings noch nicht angekommen.

Und eines ist bemerkenswert: Alle Top-eSailing-Segler sind nicht nur am Computer oder am Handy spitze, sie verstehen ihr Metier auch auf dem Wasser. „Das eSailing ist dem realen Segeln sehr ähnlich“, erklärt Jonathan Koch. „Man muss ähnliche Entscheidungen wie auf dem Boot fällen und genauso schnell reagieren.“ Und man muss regelmäßig trainieren. Vor wenigen Wochen war der Überlinger bei der WM-Ausscheidung dabei. Dort hat es nicht ganz gereicht. Aktuell wird gerade der Nations Cup ausgetragen, bei dem er Mitglied im deutschen Team ist. Und er hat ein eigenes eSailing-Team.

Pressemitteilung: BYCÜ Ulrike Grundt