Titelbild Regattas

Opti B’ler bei der Windteufelregatta in Meersburg am 07./08.10.2017

Mit einem 10-köpfigen Ü-Team waren wir diesmal zur letzten Bodensee-Regatta mit insgesamt 62 gestarteten B’lern in der Saison 2017 angetreten. Die angekündigten Windprognosen und die Nähe zu Überlingen ermutigten viele Jungsegler an dem Event teilzunehmen, um ihre seglerischen Qualitäten zur Freude des Trainers unter Beweis zu stellen. 

Beim Regatta-Vorbereitungs-Training vor Meersburg wurde das Team am Freitag mit den zu erwartenden, revierspezifischen Bedingungen konfrontiert. Und diese waren nicht ohne. Bei Windböen bis zu 16 kn und Wellen von 40-60 cm Höhe stießen einige Segler schnell an ihre Grenzen. Doch die anfängliche Angst vor dem unbekannten Neuen verflog nach einigen Motivationsschüben relativ schnell und es überwog die Begeisterung am Segeln bei Wind und Welle in einem Team Gleichgesinnter. Kompliment an die Trainingsgruppe, die sich tapfer schlug und ohne Kenterung den Manöverkurs absolvierte. Mit einem Strahlen in den Gesichtern, die vorherrschenden Bedingungen gemeistert zu haben, ging es bei einsetzender Dämmerung in Richtung Bettstadt zum wohlverdienten Trimmschlaf. 

Voller Erwartung und heiß auf den Wettfahrttag traf man sich am Samstag morgen im Yacht Club Meersburg. Bei noch frischen Temperaturen und Sonnenschein wurde das letzten Finetuning der Boote angegangen. Bändsel- und Knotencheck standen auf dem Programm. Doch was war mit dem angekündigten Wind los? Nichts war auf dem Wasser zu sehen, blitzeblank poliert die Wasseroberfläche. Der Tag begann wie schon so oft in dieser Saison mit einer Startverschiebung. Nach einigem Warten zeigten sich erste Windzonen auf dem Revier. Der Wettfahrtleiter bließ zum Auslaufen. Doch dies erwies sich bei knapp 100 teilnehmenden Optis und nur einer zur Verfügung stehenden Sliprampe als bremsender Faktor im geplanten Prozedere. Nach dem langwierigen Einwassern aller Regattateilnehmer und dem Sammeln an der Starlinie begann der Wind seine üblichen Spielchen mit starken Winddrehungen, partiell einsetzenden Böenfeldern und großzügig verteilten Flautenlöchern. Nochmals warten...

Wie aus dem Nichts kam gegen 14:30 endlich der angesagte Westwind und es ging los mit dem 1. Start. Doch schien das lange Warten dem hochmotivierten Ü-Team nicht gut getan zu haben. Verkorkste Starts und das Ansteuern der verkehrten Kreuzseite waren die allgemeine Folge. Nur Ines und Timo kamen mit den Bedingungen am besten zurecht und konnten mit einem 14. und 15. Platz ein achtbares Ergebnis einfahren. Zum 2. Start stellte sich bei zunehmendem Wind um 8 kn auch eine Welle ein und verlangte den Flachwasserseglern einiges an Konzentration ab. Dies schien der Weckruf für Consti zu sein. Den Frust vom ersten Rennen abgeschüttelt zeigte er seine Stärken und konnte sein prima ersegelten 6. Platz kurz vor Ines (8.) ins Ziel bringen. Timo bestätigte seine Konstanz durch einen 18. Platz. Auch Lili kam besser zurecht und zeigte aufsteigende Tendenz (28.). Alle anderen jungen Ü-Teamsegler, die meisten von ihnen sind das 1. mal bei einer Opti B- Regatta dabei, verteidigten als Team gemeinsam die vorderen Plätze des 3. Drittels. Nach 2 absolvierten Tagesläufen und einem sättigendem Abendessen für alle Segler ließen wir den Tag ausklingen und verabredeten uns zum frühen Bootscheck am Sonntag. 

Wer in der Nacht zum Sonntag seine Segelklamotten zum Vorwärmen auf die Heizung gelegt hatte, konnte sich am Morgen glücklich schätzen. Denn einstellige Temperaturen, Regen und ein pfeifender Wind begrüßte die Teilnehmer zum 2. Regattatag. Nach dem Einsteigen in das (hoffentlich) wärmende und wasserfeste Outfit ging’s dann auch schon zeitnah aufs Wasser hinaus, auf dem uns zum 3. Lauf anspruchsvolle Bedingungen erwarteten. Diesmal hatte sich eine nicht unbedingt hohe aber dafür schwer  auszusegelnde Welle aufgebaut, die vielen Seglern bei den Starts durchaus zu schaffen machte. Gepaart mit linksdrehendem Wind in den letzten Sekunden vor dem Startschuß kam es bei allen Tagesrennen zu wiederholten Whoolings am Pin End der Startinie. Leider unterschätzten auch einige vom Ü-Team die Wellen und die damit verbundene Abdrift beim Stehen an der Linie ohne Fahrt im Boot. Folge war, daß sich manch einer kurz nach dem Startsignal plötzlich mitten im Getümmel wiederfand und einige Zeit brauchte um sich aus diesem wieder zu befreien... 

Ines erkannte die Situation am schnellsten und etablierte sich mit gelungenen Starts und der richtigen Seitenwahl auf der Kreuz jeweils unter den Top 5 in den 3 durchgeführten Tagesrennen. Consti kam 2mal gut raus und punktete mit einem 10. und 6. Rang. Leider kam er im vorletzten Lauf nicht rechtzeitig aus dem Whooling heraus und musste einen 34. Platz hinnehmen. Leider 1 Streicher zu viel, der ihn um eine vordere Gesamtplatzierung brachte. Schade! 

Lili kam immer besser mit den Gegebenheiten zurecht und steigerte sich bis zu einem 10. Platz im letzten Tagesrennen. Zu erwähnen ist ihr frecher Stb-Start im 3. Lauf. Sie nutzte das Start-Whooling und schlüpfte durch eine sich ergebene Lücke an der Startboje und segelte vor dem gesamten Startpulk als einziges Boot mit freiem Wind davon. Durch eine nicht rechtzeitig erkannte Winddrehung konnte sie Ihre Führungsposition auf der Startkreuz leider nicht halten und viel auf den 28. Platz zurück. Ärgerlich im nach hinein - aber trotzdem mutiger Start!
Bei Timo war am Sonntag der Wurm drin. Irgendwie zog ihn das Whooling bei den Starts magisch an... Im 4. Lauf nach einer clever gesegelten Startkreuz und Top-10 Platzierung an der Luvboje war er auf der Strecke zur Verholer-Tonne einen Moment unachtsam, fuhr sich in einer Welle fest und kenterte. Verärgert über sich selbst fand er leider auch im letzten Rennen nicht mehr zu seiner Performance zurück. Naja, abhaken und von den tollen Ansätzen des 1. Tages zehren...
Tami und Jaden segelten sich in trauter Zweisamkeit bis in die Hälfte des gesamten Teilnehmerfeldes vor und zeigten, das mit ihnen in nächster Zeit zu rechnen ist. Kiri, Felix und Friedrich blieben ihrer Strategie treu und ersegelten tapfer als 3er-Team konstante Plätze im 3. Drittel. Und nicht zu vergessen ist Nici – unseren unermüdlichen, niemals aufgebenden Newcomer mit gerade mal 20 kg Einsteigergewicht. Egal wie lang der Kurs oder seine finale Platzierung ist. Dabei sein bis zum Schluß ist seine Devise. Ein Wille der noch einiges erahnen lässt. Leider musste er krankheitsbedingt am Sonntag pausieren... 

Fazit: Das Team hat ein anspruchsvolles und anstrengendes Weckend gemeistert. Einige der Leistungsträger haben gezeigt, was sie drauf haben und andere, daß mit ihnen zu rechnen ist. Trotz Kälte, langen Kursen und schwierigen Verhältnissen hat jeder sein Bestes gegeben, mitgemacht, durchgehalten und nicht aufgegeben. Tolle Teamleistung und prima Stimmung in der Gruppe. Weiter so mit dem Engagement! 

Bericht Tom Loewen  Foto Thomas Polte