Titelbild Regattas

Internationale Schweizer Meisterschaft in Romanshorn vom 01.10. bis 04.10.2015

Ergebnisliste ...

Nachdem nur 10 Schweizer H-Boote zur Schweizer Meisterschaft in Romanshorn
gemeldet hatten, konnte eine Meisterschaftswertung nicht vorgenommen werden.
Deshalb wurde auch die Vermessung abgesagt, so dass wir entspannt am
Donnerstag anreisen konnten. Das Einchecken verlief problemlos und es gab bereits
die Erinnerungspreise, nämlich das obligatorische "SUI-Käppi" sowie ein wirklich
schickes Polo-Hemd. Nachdem eine leichte Bise stand, machten wir noch einen
Trainingsschlag. Der Wind schlief aber alsbald völlig ein, weil der Föhn dagegen
stand. Deshalb konnte auch keine Wettfahrt am Donnerstagnachmittag durchgeführt
werden. Bei herrlichem Wetter blieb genügend Zeit, die "Plünnen" zu trocknen, da es
bei der Herbstregatta des YCRo am Wochenende zuvor doch ordentlich geblasen
hatte und alles noch feucht war. Dabei hatte ich auch die Bodenbretter der Bilge
geöffnet und unglücklicherweise trat Claus hinein und verstauchte sich den großen
Zeh derart, dass er nach einer Röntgenaufnahme im Krankenhaus einen
Kunststoffschuh verordnet bekam. Damit war die Regatta für ihn leider gelaufen, was
Thedi Waibel als Obmann des Schiedsgerichts umgehend angezeigt und die
Änderung der Mannschaft von ihm genehmigt wurde. Allerdings hatten wir uns auf
viel Wind vorbereitet und Edin Bektas als vierten Mann angeheuert. Der Ausfall von
Claus konnte also kompensiert werden.

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten des Yacht-Clubs Romanshorn, Markus
Villiger, sowie dem Sportvorstand Marco Bühler ging es unmittelbar über zum Apero
mit Freibier und WienerIi.

Am zweiten Tag stand morgens wieder die leichte Bise, so dass pünktlich
ausgelaufen und gestartet wurde. Allerdings war der Föhneinfluss immer noch zu
groß, so dass die Bise zusammenbrach und die Wettfahrt abgebrochen werden
musste. Im Anschluss warteten wir noch eine Weile auf dem Wasser, wobei es
immer wärmer wurde. Schließlich wurden wir aufgrund der anhaltenden Flaute aber
doch in den Hafen zurück geschleppt.

Nachmittags kam ein leichter Südostwind auf und es folgte ein erneuter Startversuch.
Auch dieser Wind stellte aber wieder ab. Aufgrund der gegebenen Situation sind wir
nebst Adi Gerlach und Walter Pulz zum Hafen zurück getrieben, während die
anderen noch draußen warteten, allerdings vergebens. Es gab keinen Wind mehr.

Nach dem Einlaufen gab es wieder das obligatorische Freibier. Da abends die
Mitgliederversammlung der Schweizer H-Boot-Klassenvereinigung stattfand, fuhren
wir alsbald zurück zu unserem Quartier nach Buchs bei Graziella und Claus und
genossen Graziella' s hervorragende Thunfisch-Spaghetti.

Am Samstag, dem dritten Tag, herrschte zunächst zwar schönes Wetter, es gab aber
wieder keinen Wind, zumal es recht diesig war. Deshalb hat uns Adi Gerlach auf
einen Kaffee in seinen Laden eingeladen und seine Schwägerin Ursel hat uns diesen
charmant offeriert. Als später ein leichter Ostwind aufkam, wurde zügig ausgelaufen
und zwei wunderschöne Wettfahrten durchgezogen. Dominiert wurden beide von
Sven Holzer, mit Vater Wolfgang und Dieter Kuhn an der Vorschot, jeweils vor Walter
Pulz mit Manuel Blume und Sepp Hammerlindl. Verfolgt wurden die beiden von
Oskar Koch mit Bruno Küttel und Christine Szkiet mit den Plätzen 4 und 3. Wir taten
uns etwas schwer und mussten uns mit den Rängen 5 und 3 begnügen. Als dann
auch noch die dritte Wettfahrt angeschossen wurde, war absehbar, dass diese nicht
sehr schön zu Ende gehen würde. Der Wind schlief ein und wir trieben ins Ziel. Zwar
wurde die Wettfahrt zunächst gewertet, durch die Jury am Ende des Tages aber
aufgrund der Zeitüberschreitung gecancelt. Mit aller Macht versuchte unser
Wettfahrtleiter Ralph Müntener noch eine vierte Wettfahrt durchzuführen. Es war
aber absehbar, dass der Wind einschläft und so kam es denn auch. Aufgrund des
einschlafenden Windes gab es an der Luvtonne einige "Konflikte", die jedoch
unausgefochten blieben, da die Wettfahrt abgeschossen wurde. Freundlicherweise
wurden wir von einem Motorboot nach Hause geschleppt. Zum Apero im Yachtclub
gab es wieder Freibier und später den "Gala-Abend" in der Brüggli-Gastronomie im
Restaurant .Usblick". Das Brüggli ist eine Institution, in welcher viele Behinderte
arbeiten. Neben der Gastronomie werden auch Werkstätten betrieben. Jedenfalls
war ein fantastisches Vorspeisen-Buffet vorbereitet worden, das keine Wünsche
offen ließ. Zum Hauptgang gab es ausgezeichnete Rindfleischstreifen Stroganoff mit
Rösti und Romanesco, gefolgt von leckeren Dessert-Variationen. Das Essen, wie
auch die Bewirtung, waren in der Tat exzellent. Dazu noch einen leckeren Wein, ein
perfekter Abend.

Für Sonntag war schlechtes Wetter mit Regen, aber auch Wind angesagt, weshalb
der Start bereits auf 9.00 Uhr vorverlegt worden war. Tatsächlich blies es dann mit 4
bis 5 Windstärken aus Süd. Wir waren sehr gut gestartet und konnten den Lauf von
der Spitze weg dominieren. Als Zweiter kam Sven Holzer vor Fritz Trudel ins Ziel.
Nach der Wettfahrt drehte der Wind um etwa 20 Grad nach links, so dass die
gesamte Bahn umgebaut werden musste. Dies dauerte über eine Dreiviertelstunde.
Dabei hat es immer noch geregnet und es war saukalt. Es kam, wie es kommen
musste, dass nämlich für die H-Boote, die zusammen mit den 5,5ern auf einer Bahn
segelten, auf der zweiten Kreuz der Wind einschlief, so dass der Lauf wegen
Zeitüberschreitung wieder nicht mehr gewertet werden konnte. Deshalb gab es auch
nicht einmal eine Schweizer Klassenmeisterschaft, weil nur drei gültige Läufe
gesegelt wurden. Die Medaillen konnten also nicht vergeben werden. Immerhin
spendierte Marco Bühler für die ersten drei Schiffe jeweils eine Magnum-Flasche
Champagner.

Nach dem Einlaufen gab es für die Segler Tee und eine feine Kürbissuppe. Das
Auskranen verlief trotz der vielen Schiffe, neben den 5,5ern waren auch die Esse
850 am Start, reibungslos, da auch ein mobiler Kran bereitgestellt worden war.

Wie immer, fand die Rangverkündigung bei herrlichstem Sonnenschein statt. Auch
der Wind setzte wieder ein. Nach 12.00 Uhr konnte aber laut Segelanweisung nicht
mehr gestartet werden.

Nachdem es keinen Streicher gab, waren wir punktgleich mit Walter Pulz, hatten
aber die bessere Wettfahrt, so dass wir hinter Sven Holzer, dem souveränen Sieger,
den zweiten Gesamtrang belegten.

Auch wenn die Bewirtung im Clublokal "Zur Mole" einige Wünsche offen ließ, hat das
Abendessen im "Brüggli" alles herausgerissen. Der Yachtclub Romanshorn, allen
voran Marco Bühler, hat sich sehr um die Segler bemüht und die Regatta war
hervorragend organisiert. Leider spielte halt der Wind nicht so mit, wie wir es uns
gewünscht hätten. Dennoch war es eine sehr schöne Veranstaltung.

Gerhard Fuchs